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Arbeite zu deinen Wohlfühl-Zeiten

von | Jul 12, 2016 | Allgemein, Einfach für dich | 0 Kommentare

Na, schon bemerkt? Ich habe kürzlich meine Büro-Sprechzeiten für Office Dogs geändert.

Statt wie bisher von 8.00 – 16.00 Uhr als Office Dog im Einsatz zu sein, habe ich pünktlich zum Monatswechsel ziemlich spontan beschlossen, statt dessen von 8.00 – 13.00 Uhr sowie von 20.00 – 21.30 Uhr für euch da zu sein und eure Projekte zu bearbeiten. Warum ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe, wie es mir in den ersten Tagen seither ergangen ist und ob das Thema auch für dich spannend ist, erzähle ich dir in diesem Artikel.

Arbeite zu deinen Wohlfühl-Zeiten

Wir Selbstständigen haben immer das Gefühl, wir müssten rund um die Uhr arbeiten, sonst könnten wir gar nicht „auf einen grünen Zweig kommen“. Und genau so wird es uns auch von der Gesellschaft um uns herum suggeriert. Das Sprichwort „Selbstständig heißt selbst und ständig“ hat wohl so oder so ähnlich jeder von uns schon einmal gehört. Und ganz unwahr ist es ja nicht. Gerade bei den Tierisch Selbstständigen befindet man sich häufig in der 1:1-Falle. Man verdient nur dann Geld, wenn man direkt am Kunden arbeitet. Büroarbeit, Marketing etc. vergütet einem erstmal niemand. Diese Maßnahmen fressen alle nur Zeit – kann man aber auch nicht einfach in die Kategorie „gar-nicht-machen“ schieben. Funktioniert vielleicht kurzfristig, kommt aber irgendwann wie ein Bumerang zu uns zurück. Entweder als Schätzung deiner Steuerzahllast oder in Form ausbleibender Kunden, weil dich schlichtweg kaum jemand kennt.

Trotzdem ist die Rechnung ganz einfach: Wenn du am Kunden arbeitest, also z.B. eine Reitstunde gibst oder eine Tierkommunikation durchführst, erhältst du diese Leistung vergütet. Die Vergütung brauchst du auch, um deine Rechnungen bezahlen zu können. Daher ziehen viele den Schluß – je mehr ich direkt am Kunden arbeite, desto mehr verdiene ich, und umso entspannter kann ich die Rechnungen bezahlen. Sie lasten sich immer mehr Termine auf und gönnen sich keine Freizeit. Wer weiß denn schon, ob die Konkurrenz nicht morgen mit einem viel besseren Angebot um die Ecke kommt und die Kunden dann ausbleiben. Ganz ehrlich? Ja das kann passieren. Das kann aber immer passieren und ist unabhängig davon, wie viel du arbeitest und wie gut du bist.

1. Schritt: WO ist das Problem?

In der Gedankenfalle, dass ich nur dann meine Rechnungen bezahlen kann, wenn ich den Kunden zu den üblichen Zeiten zur Verfügung stehe und so viele Aufträge abarbeite wie möglich, war ich auch und bin es an manchen Tagen noch. Das Resultat davon war, dass ich mir sture Arbeitszeiten (8.00 – 16.00 Uhr) auferlegt habe für die OfficeDogs-Aufträge. In der Theorie super. In *MEINER* Praxis einfach nicht umsetzbar.

Ich habe 2 Kinder, die ab mittags daheim sind. Das hat zur Folge, dass zwischen 13.00 und 16.00 Uhr Unterbrechungen vorprogrammiert sind. Mal muss das Kind zum Turnen, mal verletzt sich einer und muss zum Arzt. Und ja, manchmal wollen sie auch einfach nur Mama-Zeit haben. Die konnte ich Ihnen aber so nicht geben, weil ich immer am Computer noch Photoshop oder was ähnliches am laufen hatte – der Kunde erwartete ja, dass sein Auftrag erledigt würde.

Mit den Unterbrechungen ist es so eine Sache. Sei es das Telefon, die Post an der Tür oder eins der Kinder, was sich schluchzend über das Geschwisterkind beschwert. Einzeln betrachtet mag das alles gar nicht so dramatisch klingen, aber es bringt einen aus der Arbeit raus. Und es kostet Zeit, sich wieder auf die Arbeit einzustimmen. Wo war man noch gleich stehen geblieben? An welchem Teil der 20-Punkte-Checkliste hat man gerade gewerkelt? Hatte man die Mail an den Kunden jetzt schon fertig geschrieben und all seine Fragen beantwortet? Du kennst das bestimmt auch, oder?

Das Arbeiten zwischen 13.00 und 16.00 Uhr gestaltete sich also äußerst zähflüssig. Schaltete ich dann den PC um 16 Uhr aus, war es damit aber nicht getan. Ich ärgerte mich permanent darüber, so wenig geschafft zu haben und nahm mir fest vor, am nächsten Tag besser, schneller und flüssiger zu arbeiten.  Und jetzt rate mal? Richtig – es wollte einfach nicht klappen. Das ging quasi so, bis ich ins Bett ging und hat mir dementsprechend dauerhaft die Laune verhagelt. Mittlerweile ist mir bewusst geworden, dass das an den vielen Faktoren liegt, die ich nicht beeinflussen kann, die ich aber nachmittags derzeit auch einfach nicht wegradikalisiert bekomme und es auch gar nicht möchte. Ich habe meine Kinder schließlich nicht bekommen, um sie ganztags anderswo betreuen zu lassen.

Hinzu kommt einfach, dass man durch ständige Unterbrechungen zunehmend unkonzentriert wird und die Arbeit dann eben mehrmals macht, weil sich Fehler eingeschlichen haben.

Handlungsbedarf war also da – die Nachmittagszeit musste weg, die Kundenaufträge sollten aber nicht weniger, sondern mehr werden und die Kundenzufriedenheit durfte natürlich auch nicht leiden.

Der nächste Schritt war dann zu überlegen, WIE man eine Besserung  erzielen kann.

2. Schritt: WIE löse ich das Problem?

Ich löse Probleme gern zielorieniert, das gilt sowohl für mein Business, wie auch mein Privatleben und natürlich auch für die Probleme meiner Kunden. Ich überlege mir also erst einmal, was die Endlösung hergeben muss, damit ich damit zufrieden bin. In meinem Fall gab es mehrere optionale Lösungswege, die ich gedanklich durchgespielt habe:

  • einfach nur noch von 8.00-13.00 Uhr Office Dogs zu machen – ja, wäre wohl gegangen, hätte aber zur Folge gehabt, dass ich weniger geschafft hätte, denn ich hätte nur noch 25 statt vorher 40 Stunden. Weniger Leistung -> weniger Umsatz -> weniger Ertrag. So einfach ist das. Nur, dass ich dann meine Rechnungen nicht mehr bezahlen könnte. Auch blöd. Und umso bitterer, wenn dann ein Kind mal krank wird und ich tatsächlich auch mal vormittags nicht so arbeiten kann, wie ich will
  • weiter wie bisher, dafür die Kinderbetreuungszeiten verlängern. Habe ich durchgerechnet und ist auch noch nicht ganz vom Tisch. Da es mich aber locker 100 € mehr Investition kosten würde und ich die Kinder auch dann nur bis maximal 15.00 Uhr betreuen lassen könnte (länger hat die KiTa nämlich gar nicht auf) ist das erst einmal verschoben.
  • die fehlenden 15 Stunden anderweitig unterbringen. Hm, ja klingt logisch. Aber wo??? Sonntags habe ich mit meiner anderen Selbstständigkeit komplett verplant. Bliebe noch Samstags. Aber da sind auch wieder die Kinder im Haus. Macht sich also auch nur bedingt gut in der Praxis.

Plötzlich kam mir der Gedanke, dass ich auch abends, wenn die Kinder im Bett sind, arbeiten könnte. Das machte plötzlich für mich viel mehr Sinn. Zum einen gab es da weniger Unterbrechungen, weil ich die Kinder, die Post und ein Großteil der Telefonate aus der Gleichung streichen konnte. Zum anderen wurde mir beim Blick auf meine Kunden bewusst, dass es auch für diese sehr angenehm sein könnte, wenn sie mich außerhalb ihrer „Kundenarbeitszeit“ erreichen könnten. Und schlussendlich bemerke ich einfach schon seit längerem einen Anstieg meiner biologischen Leistungskurve in den Abendstunden. Und das wichtigste: Mein Bauchgefühl brüllte mir quasi ein „JAAAA“ entgegen. Da meine Kinder derzeit gegen 8 Uhr schlafen, kann ich danach also noch einmal loslegen.

Jetzt wirst du vielleicht bemerkt haben, dass ich mit den 1,5 Stunden am Abend auch nicht auf die 15 fehlenden Stunden komme. Das ist korrekt, es sind „nur“ 7,5 Stunden. Die restlichen 7,5 Stunden verwerte ich frei bzw. sehe ich sie als Puffer an. Jedes Mal, wenn die Kinder mal friedlich miteinander spielen, mal anderweitig einen Termin ohne mich haben oder auch am Wochenende abends *KANN* ich an meinen eigenen und den Kundenprojekten arbeiten.

Ja richtig, ich *KANN*. Ich habe die Freiheit als Selbstständiger nicht sagen zu müssen „jetzt ist die reguläre Arbeitszeit vorbei, alles was du nicht geschafft hast, bleibt halt liegen, weil ich nach Hause muss und der Chef keine Überstunden will“. Ich bin mein eigener Chef und wenn ich bis ein oder zwei Uhr nachts an einem Projekt arbeiten will, um es fertig zu bekommen, dann mache ich das. Aber mir sitzt dabei keiner im Nacken und vor allem bin ich nicht gestresst, weil ich nachmittags kaum was geschafft habe.

Ein einziges Manko gibt es tatsächlich dabei: Ich bin ein Serien-Suchti. Auch wenn sich die Anzahl der Serien, die ich wirklich gern verfolge in den letzten Jahren auf etwas mehr als eine Handvoll reduziert hat – die meisten der Serien werden abends ausgestrahlt. Aber glücklicherweise gibt es ja mittlerweile bei fast allen Sendern eine Mediathek und ich verfüge über einen Festplattenreceiver, um die Serien aufzunehmen. Gut, dann stapelt sich da halt seit einem halben Jahr eine komplette Serienstaffel auf der Festplatte und ich hab noch keine Ahnung, wann ich Lust auf das Genre habe – aber das ist ja ein anderes Problem 😉

3. Zwischen-Fazit nach Umsetzung der Problemlösung

Jetzt wirst du sicher noch wissen wollen, wie ich denn mit den geänderten Zeiten nun in der Praxis zurecht komme. Die Antwort ist: SEHR GUT. Ich arbeite produktiver, bin kreativer und schneller, da ich kaum noch unterbrochen werde. Ich bin weniger gestresst vom Nachmittag, an dem ich ja eigentlich „so viel hätte schaffen müssen“.

Ich bin auch entspannter meinen Kindern gegenüber und habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich sie irgendwohin fahre oder mit ihnen ein Brettspiel spiele. Wenn meine Kinder sich ohne mich beschäftigen (wie heute nachmittag) nutze ich die Zeit dennoch. Entweder für den Haushalt, meine zweite Selbstständigkeit oder den Aufbau von Office Dogs inklusive Recherchen und Blogartikel schreiben.

Ob mein Biorhythmus auch im Winter, wenn es eher dunkel wird, auf dieselbe Weise agiert, weiß ich nicht, aber notfalls kann ich die Bürozeiten ja einfach wieder ändern. Ich bin ja „selbst und ständig“ und damit nicht nur für mein Business, sondern vor allem auch für mich selbst verantwortlich.

Wenn also auch du nur noch von einem Termin zum anderen rennst und insgesamt das Gefühl hast, dass du eigentlich mehr schaffen müsstest, überleg doch mal, ob auch du vielleicht mal einen Blick auf deine Leistungskurve und die äußeren Bedingungen werfen solltest, um Stressfaktoren herauszukristallisieren und zu eliminieren. Oder eben deine Kundentermine so zu legen, dass du dich dabei auch entspannt wohl fühlen kannst.

Wie findest du meine neuen Bürozeiten? Findest du es gut, dass du mich jetzt auch abends erreichen kannst? Oder hast du auch unkonventionelle ‚Sprechzeiten‘ für deine Kunden? Schreib mir doch gern deine Ideen und Erfahrungen zu diesem Thema in die Kommentare und vergiß‘ nicht:

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