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Pokemon Go – nutzbar für die Hundebranche?

von | Jul 25, 2016 | Für TrendSETTER | 0 Kommentare

Wohl niemanden ist in den letzten zwei Wochen der Hype um das Smartphone-Spiel „Pokemon Go“ entgangen. Dabei nutzt man das Smartphone um in seiner realen Umgebung nach kleinen Cartoon-Monstern Ausschau zu halten und diese dann per Fingerstreich in einem Ball einzufangen. Vielerorts kam es  zu Verkehrsbehinderungen, weil sich hunderte Spieler an festgelegten Punkten treffen, um zu spielen, Monster zu fangen und diese gegeneinander antreten zu lassen. Das Besondere an diesem Spiel ist, dass man sich zwingend draussen bewegen muss, um die verschiedensten Monster zu fangen und im Spiel voran zu kommen. Die zweite und noch wichtigere Besonderheit ist, dass sich die Spieler über viele Altersklassen erstrecken. Zielen bisherige Spiele eigentlich immer auf eine bestimmte Altersspanne ab, setzt Pokemon Go das vollkommen außer Kraft, denn bisherige Statistiken kommen zu folgenden Ergebnissen:

PokemonGo Spieler teilen sich zu gleichen Hälften in männliche und weibliche Spieler auf, 80 % der Spieler sind über 18 Jahre alt, die meisten Spieler finden sich in der Altersgruppe der 25-34jährigen.

Und vielleicht sind auch viele deiner Kunden begeisterte Pokemon-Jäger geworden. Ein Grund für mich, das Thema mal aufzugreifen. Schließlich wurde Geocaching auch schon für die Hundebranche genutzt. Als ich das Thema kürzlich in meiner Facebook-Gruppe für Tierisch Selbstständige ansprach, zeigten sich sehr geteilte Meinungen. Die Menschen wären zu abgelenkt von dem Spiel und würden sich nicht mehr mit ihren Hunden beschäftigen. Da ich das Spiel selbst spiele bin ich natürlich nicht ganz voreingenommen in der Frage und so habe ich Nicole Rinne von Dogeridoo gefragt, ob sie mir einen Artikel zum Thema schreiben würde. Und tadaaa hier ist nun das Ergebnis für euch 🙂

Spaziergang mit Hund UND Pokemon Go

*geschrieben von Nicole Rinne*

Ich kann förmlich hören, wie viele bei diesem Thema aufstöhnen. Oh Gott, noch so eine Verrückte, die nur noch mit dem Smartphone vor der Nase herum läuft. Und dann auch noch mit Hund dabei. Hallo! Beim Spaziergang mit dem Hund sollte doch der Vierbeiner im Vordergrund stehen – und nicht irgendein doofes Spiel auf dem Handy.

Ja, ich bin so eine Verrückte, die kleine digitale Fantasiefiguren jagt. Und ich habe richtig Spaß dabei. Ich bin schon lange so ein kleiner Nerd und lass mich auch gern auf Games ein. Jahrelang verbrachte ich viele Stunden in World of Warcraft, ich baute mit Sims alternative Leben auf und vieles mehr. Da wundert es auch keinen, dass ich nun gern auf Pokemon-Jagd gehe. Da ich täglich ja eh Runden mit dem Hund drehe, verbinde ich das auch gern miteinander und gehöre jetzt also zu denen, die ständig ihr Smartphone in der Hand haben.

Muss deshalb mein Hund darunter leiden? Nein, ganz und gar nicht. Ich glaube, ihm gefällt das sogar ganz gut, denn wichtig ist einfach, den richtigen Weg zu finden. Und damit meine ich nicht die Route von einem PokeStop zum nächsten, sondern viel mehr die Ausgewogenheit von Hundebeschäftigung und Spiel. Natürlich wäre es für den Hund unheimlich langweilig, wenn ich ihn einfach quer durch die Straßen ziehe und dabei nicht auf ihn, sondern auf die Pokemons achte. Deshalb gelten bei uns auch einige Regeln bei der Pokemon-Jagd. „Uns“ deshalb, weil auch mein Mann bei den Spaziergängen dabei ist und fleißig auf die Jagd geht.

Unsere Regeln für die Pokemon-Jagd mit Hund

  1. Der Hund und seine Sicherheit steht an vorderster Stelle. Da kann noch so ein seltener Pokemon direkt vor unserer Nase sein – fühlt sich der Hund beispielsweise an einer viel befahrenen Straße nicht wohl, interessiert uns das Spiel wenig. Dann gilt es nur, dem Hund Sicherheit zu vermitteln und ihn von dem Stressfaktor weg zu führen. Und natürlich geht es an sonnigen und heißen Tagen nicht quer durch die Stadt, wo der Asphalt die Pfoten verbrennt.
  2. Das Handy muss man nicht ständig vor der Nase haben. Wir halten unsere Smartphones beide in der Hand, aber nicht vor dem Gesicht. Ist ein Pokemon in der Nähe, verrät uns das die App eh über ein kurzes Vibrieren. Da muss ich also nicht ständig aufs Handy gucken.
  3. Nicht nur wir nehmen uns Zeit zum Spielen, sondern auch der Hund. Somit gehen wir immer wieder über Wege, wo überhaupt keine Pokemons sind (Feldwege usw.) und dort wird kräftig mit dem Hund gespielt. Irgendwas haben wir immer dabei, mit dem wir für richtig Action sorgen können. Sind wir dann wieder auf Pokemon-Routen, ist der Hund ganz froh, wenn er mal einfach nebenher trotten darf und sich dabei ausruhen kann.
  4. Der Weg zum nächsten Pokemon oder PokeStop wird zum Fitness-Pfad für den Hund. Steht ein Poller auf dem Weg, wird er vom Hund ein paar Mal umrundet. Treppe werden hinauf- und hinunter gelaufen. Und kommen wir an Bänken, großen Steinen oder sonstigen Hindernissen vorbei, hopst der Hund mal eben drauf, umrundet sie oder balanciert hinüber. Dem Hund Abwechslung zu bieten, ist also kein Problem bei der Jagd.

Was hat der Hund von der Pokemon-Jagd?

Unsere Regeln zeigen schon, dass der Hund wirklich nicht einfach nur mitläuft, sondern auch kräftig dabei beschäftigt wird. Klar, dass ihm das richtig gut gefällt und er so eine Menge Spaß bei den Spaziergängen hat. Da stört es ihn auch nicht, wenn wir hin und wieder einfach stehen bleiben, um Pokemons zu fangen. Im Gegenteil, er nimmt diese Pausen gern zum Verschnaufen an und schnüffelt dann genüsslich durch die Gegend.

Gerade das Schnüffeln spielt bei unserem Hund eine große Rolle. Er hat eigentlich immer die Nase am Boden, liebt es, sich durch die Natur zu schnüffeln und könnte Stunden an einem gut duftenden Blumenbeet stehen. Bei der Pokemonjagd geht er also auch seinem Hobby nach. Besonders toll ist es für ihn, dass wir auch mal Strecken gehen, die wir sonst nie nehmen würden. Er lernt also viel Neues kennen und hat viele neue Gerüche in der Nase, denen er nachgehen kann.

Und natürlich, ich gebe es zu, bekommt der Hund jetzt ein bisschen mehr Bewegung als vorher. Natürlich lassen wir uns von der App verführen und gehen hier und da noch ein Stück weiter als sonst. Dem Hund gefällt’s und wenn wir uns unterwegs mal ein Eis gönnen, dann freut er sich umso mehr, wenn er auch einen Happen davon abbekommt. Auch Bäche, an denen wir vorbei kommen, sorgen für große Freude bei ihm. Da nimmt er dann gern mal ein kleines Bad, während wir unsere Pokemon-Eier in den Brutkasten legen oder ähnliches.

Fazit:

Pokemon Go ist für uns ein wirklich tolles Spiel, an dem wir und auch unser Hund eine Menge Spaß haben. Ich kann nicht verstehen, dass viele gleich negativ eingestellt sind, wenn das Thema aufkommt. Denn letztendlich ist es doch einfach eine Frage der Art, wie man Pokemon Go und den Hundespaziergang miteinander verbindet. Wir haben einen Weg für uns gefunden und der Hund, der nach erfolgreicher Jagd entspannt schnarchend in seinem Körbchen liegt, zeigt mir, dass er dabei garantiert nicht zu kurz kommt.


Es ist also so, wie sehr oft im Leben und in der Geschäftswelt: Man muss das richtige Maß der Dinge finden, dann kommen auch alle auf ihre Kosten. Natürlich bringt euch die breite Fanbase von Pokemon nichts, wenn ihr euch nicht selbst für diesen Zeitvertreib zumindest erwärmen könnt. Es ist aber in meinen Augen unter den von Nicole beschriebenen Regeln durchaus eine Überlegung wert, die Pokemon-Jagd in das ein oder andere Beschäftigungs-Angebot zu integrieren. Vielleicht startet man auch direkt mal einen Hundespaziergang, dessen Ziel ein besonders attraktiver Pokemon-Sammelpunkt ist? Mit vielen eingebauten Pausen für kleinere Übungen mit dem Hund. Ich denke, das könnte für den ein oder anderen Kunden durchaus ein Anreiz sein, an einer Veranstaltung teilzunehmen. Oder die Eltern trainieren mit dem Hund, während das Kind Pokemon sammeln darf und man macht einen kleinen Wettbewerb, wer am Ende mehr Punkte/Pokemon gesammelt hat?

Ich persönlich glaube nicht, dass das Pokemon Spielen dem Spaziergang schadet, ich denke sogar, dass viele Hunde derzeit mehr Bewegung bekommen, als wenn Herrchen und Frauchen dringend wieder an den heimischen PC wollen, um ein Spiel fortzusetzen.

Was hältst du von dem Spiel Pokemon Go? Spielst du es vielleicht selbst und hast ähnliche Regeln für das Spielen unterwegs mit Hund aufgestellt? Oder könntest du dir vorstellen, das Spiel in irgendeiner Form in dein Angebot zu integrieren und sei es nur als Sidekick?

Schreib es mir in den Kommentaren und vergiß nicht:

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