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Zusatzeinkommen durch Futtervertrieb

von | Apr 7, 2017 | Allgemein, Dein Business | 0 Kommentare

Geld aus dem Futternapf

Als tierisch Selbstständiger bist du selbst dein größtes Kapital. Denn gerade, wenn du deine Kunden in 1-zu-1-Situationen betreust, läuft ohne dich nichts. Das bringt viele Vorteile mit sich, denn du verkaufst nicht irgendein beliebiges Produkt, welches sich dein Kunde eventuell auch günstiger bei einem anderen Anbieter oder im Internet besorgen kann. Du verkaufst nämlich DICH, Dein Wissen, deine Erfahrungen, deine persönliche Art und deine Kunden bezahlen genau dafür Geld. Dessen solltest du dir bewusst sein und darauf darfst du mit Recht stolz sein.

Aber es gibt auch ein Problem an der Geschichte: Dein wichtigstes Kapital – DICH – gibt es nämlich genau 1-mal. Du kannst dich nicht klonen. Es ist sehr wichtig, dass du dir dessen vollständig bewusst bist, denn es hat auch einige Konsequenzen für dein Unternehmertum. Die wichtigste Konsequenz ist gleichzeitig auch die, die am häufigsten durch Selbstständige vernachlässigt wird: Du musst dafür sorgen, dass es dir gut geht, denn nur so wirst du in der Lage sein, dein Business auch längerfristig ausüben zu können. Sei dir bewusst, dass du nicht 364 Tage im Jahr arbeiten kannst, du benötigst Zeiten für Pausen, Wochenenden, Urlaub und ja, du kannst auch einmal krank werden. Und auch, wenn du eine Fortbildung besuchst, kannst du nicht gleichzeitig am Kunden arbeiten und dadurch Geld verdienen.

Es gibt aber diverse Möglichkeiten, sich nach und nach ein Zusatzeinkommen aufzubauen. Eine dieser Möglichkeiten möchte ich dir im heutigen Artikel gerne einmal vorstellen.

Der Handel mit Futter

Egal, ob du HundetrainerIN, KatzensitterIN oder ReitlehrerIN bist, jeder der mit Tierbesitzern arbeitet, wird früher oder später mit der elementaren Frage nach dem besten Futtermittel oder einem Futterergänzungsmittel konfrontiert. Die Gründe der Tierbesitzer, diese Frage zu stellen sind unterschiedlichster Natur:

  • Unzufriedenheit mit dem momentan genutzten Futter
  • schlechte Akzeptanz des Futters
  • Eine Futterumstellung wird durch jemanden angeraten,, der Tierbesitzer möchte hierzu deine Meinung hören
  • das Tier leidet an einer (chronischen) Erkrankung, die die Fütterung mit speziellen Futtermitteln erforderlich macht (z.B. Diabetes oder einer Futtermittelallergie)
  • das Tier ist erst seit kurzem beim Besitzer und dieser hat sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt
  • oder, oder, oder

Manchmal will der Tierhalter auch nur eine Empfehlung von dir hören. Es kann also nicht schaden, wenn du dich auch in dieser Richtung vorab einmal schlau machst, auf was zu achten ist.

Zusätzlich hast du aber auch die Möglichkeit dir mit dieser Arbeit ein kleines Zubrot aufzubauen, denn es gibt so einige Firmen, die qualitativ hochwertiges Futter entweder hauptsächlich oder sogar ausschließlich über den Direktvertrieb verbreiten. Ein paar bekannte Namen in diesem Sektor sind Dinner4Dogs, Anifit und Reico-Vital-Systeme.

Vorab möchte ich dir sagen, dass ich mich schon vor einigen Jahren für eine Partnerschaft bei Reico-Vital Systeme entschieden habe, aber die anderen beiden und noch viele weitere im Auge behalten habe.

Den passenden Händler finden

Vielleicht bist du selbst schon von der ein oder anderen Firma kontaktiert worden. Meist sind die Vertriebler daran interessiert, eine sogenannte Downline (ein eigenes Team) aufzubauen, denn das ist meist lukrativer und nachhaltiger als nur der reine Kundenkontakt. Ich bin in den Jahren meiner Selbstständigkeit schon von einigen dieser Firmen bzw. ihren Mitarbeitern angerufen oder angemailt worden und habe mir dazu auch eine klare Meinung bilden können. Es gibt hier viele verschiedene Modelle, Futter unterschiedlicher Qualität und noch ein paar andere Sachen, auf die du achten solltest. Hier gebe ich dir einen Einblick in die Aspekte, die in meinen Augen am wichtigsten sind, um den passenden Händler zu finden.

  1. Das Futter
    Das Futter und die Qualität der verwendeten Rohstoffe gehören natürlich an erster Stelle. Bevor ich mich für eine Partnerschaft entschied, habe ich erst einmal selbst meine Tiere testen lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen Kater, der bereits in seiner Jugend unter Harngrieß litt; einen American-Cocker-Senior, der gern mal mäkelte, bereits lichtes Fell aufwies und auf falsches Futter mit Durchfall reagierte; und einen problemfreien Kater. Da ich zu diesem Zeitpunkt zwischen BARFen und teurem Spezial-Tierarzt-Futter stand, war es kostentechnisch recht intensiv (ich hatte monatliche Futterkosten von etwa 200,00 €, allein für diese 3 Tiere, hinzu kam das Futter für Kaninchen und Farbmäuse). Hinzu kam meine Schwangerschaft, in der man kein rohes Rindfleisch verarbeiten sollte, um einer Toxoplasmose-Infektion zu entgehen. Ich beschäftigte mich gerade mit dem Thema „gesunde Ernährung für Hunde und Katzen“ und war von daher sowieso auf der Suche nach einer passenden Alternative, als mich eine Beraterin anrief. Also lud ich sie ein, sie stellte mir das Futter vor, liess meine Tiere probieren und hatte Verständnis dafür, dass ich das Futter erst über einen längeren Zeitraum testen wollte, bevor ich es an meine Kunden empfehlen wollte. Innerhalb der Testphase entwickelte sich die Gesundheit der Tiere gut und ich hatte ausreichend Zeit, mich mit den Inhaltsstoffen und der Firma an sich zu beschäftigen. Und das ist somit mein erster Tipp für dich: Informiere dich über den Hersteller, den Herstellungsprozess und über das Futter an sich. Wenn du dich bisher noch überhaupt nicht mit dem Thema „gesundes Tierfutter“ beschäftigt hast, dann ist jetzt die richtige Gelegenheit dazu. Dafür musst du kein extra Studium machen, aber du solltest schon wissen, was in einem Futter drin ist und ob die Inhaltsstoffe gesund oder eher schädlich für ein Tier sind. Mach dich hier bitte unbedingt unabhängig von einem Berater für ein Futter schlau und bilde dir deine eigene Meinung, denn natürlich ist das vertriebene Futter für den Berater oft das Nonplusultra und kann eventuell auch schon mal überschätzt werden.
  2. Das Geschäftsmodell
    Auch das ist ein nicht unwichtiger Punkt. Es gibt Firmen, in denen du das Futter direkt ankaufst und es dann selbst weiter verkaufen musst. Wie schnell dir das gelingt oder ob du sogar mal eine Futtersorte umsonst eingekauft hast, weil du keinen Abnehmer findest, ist dein Risiko. Du musst in jedem Fall das Futter vorher einkaufen und an die Firma bezahlen. Es gibt auch Firmen, in denen man einen monatlichen Mindest-Umsatz erwirtschaften muss. Beides wäre mir gegen den Strich gegangen, denn ich wollte weder ein Lager haben, noch das Futter dann zu den Kunden nach Hause fahren und schon gar nicht wollte ich jeden Monat den Druck haben, dass ich noch X Kunden machen muss, um mein Monatssoll zu erfüllen. Vielleicht fühlt sich das für dich total stimmig an, vielleicht hast du sogar ein Ladengeschäft oder ein Lager, für mich passte das jedoch nicht und war an dieser Stelle ein Ausschlusskriterium. Die von mir gewählte Firma hat weder das eine noch das andere. Erschwerend kommt bei diesem Modell noch hinzu, dass du verantwortlich für das Futter bist, bzw. nachweisen muss, dass eine Verunreinigung oder ein Futtermilbenbefall nicht aufgrund einer falschen Lagerung bei dir aufgetreten ist.
  3. Die Firma
    Auch diesen Aspekt finde ich wichtig, denn du solltest schon hinter den Konzepten stehen, die du da vertrittst. Gerade wurde bekannt, dass die Tierfuttermarke Terra Canis GmbH, die sich in den letzten Jahren einen Namen mit artgerechter Ernährung für Hunde und Katzen gemacht hat, mehrheitlich ausgerechnet an den Nestlé-Konzern verkauft wurde, der oft in der öffentlichen Kritik steht , unter anderem wegen Tierversuchen. Was nun letztlich die wirklichen Gründe für den Verkauf sind, kann und will ich nicht beurteilen, aber selten waren 2 Firmen in ihren Philosophien so unterschiedlich. Die negativen Kommentare auf der Facebook-Seite von TerraCanis, auf der etliche Kunden mit ihrem Wechsel zu einem anderen Futter drohen und ihrem Unmut Luft machen, ließen nicht lang auf sich warten und so bleibt abzuwarten, ob aus dem erstrebten Umsatzwachstum nicht ein Fiasko wird. Wichtig für dich zu wissen ist also, für welche Werte die Firma steht, mit der du kooperieren möchtest. Auch wie lange eine Firma schon besteht, sagt einiges aus, denn eine Firma, der es an innovativem Denken, Qualität oder betriebswirtschaftlichen Kenntnissen mangelt, wird sich selten länger als 5-10 Jahre im Geschäft halten können. Mir war hier vor allem wichtig, dass die Firma, mit der ich kooperiere, in Deutschland produziert und mehr Geld in die Produkte als in die Werbung steckt. Dir sind vielleicht andere Dinge viel wichtiger, aber in jedem Fall solltest du nicht einfach blind das Futter in den Vertrieb nehmen, sondern dir auch anschauen wer dahinter steckt.
  4. Kosten
    Gerade wenn du eher im Kleinen unterwegs bist, sollten die Kosten zu Beginn der Partnerschaft nicht zu hoch sein. Zwar kannst du Futterkäufe logischerweise als Geschäftsausgabe bei der Steuer mit angeben, bezahlen musst du sie aber trotzdem erst einmal. Ausserdem zahlst du bei Direktvertrieben meist eine Gebühr für die Eintragung als Partner und bekommst oft eine eigene kleine Internetseite eingerichtet (hier siehst du meine). Als einzelne Homepage sind diese Seiten eigentlich nicht zu sehen, zumindest nicht, wenn der Futterhandel für dich zusätzlich zu deiner eigentlichen tierischen Selbstständigkeit laufen soll. Es ist eher eine Online-Visitenkarte und greift übergeordnet auf die Inhalte des Händlers zu. Ausserdem musst du dich zu Beginn einer Partnerschaft meist mit Proben und/oder Werbematerialien ausstatten und hast dafür noch extra Kosten. Es ist in den meisten Fällen aus rechtlichen Gründen nicht möglich, sich eigenes Werbematerial zu erstellen, bzw. solltest du das erst mit der Partnerfirma abklären. Insgesamt solltest du aber nicht gezwungen sein, mehr als 200,00 € für deinen Start bezahlen zu müssen.
  5. Kundenbindung
    Es bringt dir erst einmal überhaupt nichts, wenn ein Kunde einmal bei dir Futter kauft, denn dann steckst du wieder in der 1-zu-1-Falle. Das Ziel sollte hier sein, dass der Kunde dauerhaft bei dem Futter bleibt und du im Idealfall den Kaufprozess irgendwann auslagerst aber dennoch deine Provision für den Kauf erhältst. Oft wird daher empfohlen Neukunden direkt ein Futterabo zu verkaufen. Ich persönlich mache das ganz bewusst nicht und ja, mir ist bewusst, dass ich dadurch meine Einnahmen kleiner halte, als sie sein müssten. Aber ich geh da immer von mir selbst aus und ich würde nicht an ein fremdes Futter, welches ich nicht beurteilen kann, von vornherein gebunden werden wollen. Natürlich mache ich das, wenn ein Kunde gezielt danach fragt, der bereits einige Male Futter bestellt hat, aber nicht offensiv und schon gar nicht gleich beim Erstkontakt. Ein zweiter Aspekt, den es zu beachten gilt, ist der, dass du dennoch für weitere Bestellungen des Kunden Provision erhalten solltest. Eine Nachbestellung sollte dabei auch unabhängig von dir – zum Beispiel über einen eigenen Onlineshop-Login für den Endkunden – machbar sein. Dann entgehst du gleichzeitig auch dem Problem, dass ein anderer Vertriebler desselben Futters, deinem Kunden das Futter verkauft und du keine Provision mehr erhältst. Denk daran, dieses Geschäft ist ein Wachstumsgeschäft, und wer weiß schon, ob dein Endkunde nicht plötzlich feststellt, dass er einen Vertriebler seines neuen Lieblingsfutters in der Nachbarschaft hat? Fragt also bei einem Beratungs- bzw. Aquisegespräch auch hier nach der Absicherung. Interessant ist auch das Verhalten gegenüber Kunden. Ich kenne Firmen, in denen dazu animiert wird, dem Kunden in möglichst kurzer Zeit, möglichst viel zu verkaufen und häufig hinterher zu telefonieren, um Nachbestellungen zu generieren. Das ist so gar nicht meins, ich möchte freie Hand haben und dem Tierhalter das empfehlen, was ich für das richtige halte. In die gleiche Kategorie fallen Haustürgeschäfte.
  6. Die Provision
    Na, die wollen wir natürlich nicht vergessen. Jede ordentlich arbeitende Firma in diesem Sektor wird dich gern über deine finanziellen Möglichkeiten aufklären. Und bitte… lass dich nicht blenden von Aussagen wie „Innerhalb von 2 Monaten hast du eine dauerhafte 4stellige Einnahmequelle“. Das mag in Ausnahmefällen realisierbar sein, aber bedenke, dass dein Kerngeschäft die Pension/Hundeschule oder oder oder ist. Und für dieses Hauptbusiness benötigst du meist schon jede Menge Zeit. Vielleicht schaffst du es in den ersten 2 Monaten nicht, auch nur einen Futterkunden zu aquierieren. Weil du einen blöden Unfall hast und wochenlang ans Bett gefesselt bist; weil dein Kind oder dein eigenes Tier ständig krank ist und intensive Pflege benötigt. Möglich ist alles (und umso wichtiger, hier noch einmal auf die Punkte 2 und 4 hinzuweisen). Aber jede gute Firma wird dir einen detaillierten Vergütungsplan vorlegen und erklären können, meist mit verschiedenen Provisionsstufen und Bonusprogrammen. Nimm dir hier Zeit und frage nach. Viele Firmen zählen auch das von dir für deine eigenen Tiere gekaufte Futter mit zum Umsatz. Ausserdem interessiert dich natürlich, unter welchen Bedingungen und zu welchem Zeitpunkt die Provision bezahlt wird. Wenn die Zahlung der Provision an einen monatlichen Mindestumsatz gekoppelt ist, solltest du vorsichtig sein.
  7. Kenntnisse und Fortbildungen
    Gerade, wenn du dich bisher wenig oder überhaupt nicht mit dem Thema Tierfutter beschäftigt hast, ist es gut, wenn du zusätzlich zu deinen eigenen Recherchen auch firmeninterne Fortbildungen angeboten bekommst, in denen man dir sowohl die Firmenphilosophie als auch die Anwendung der Produkte genau erklärt. Will dir eine Firma einfach nur Produkte liefern, ohne herauszustellen, warum für welches Tier, welcher Zusatz ratsam ist, stehst du auf verlorenem Posten und kannst mit deiner Unerfahrenheit im schlimmsten Falle sowohl dem Tier als auch dem Ruf der Firma und deinem Ruf extrem schaden. Daher ist es bei einer guten Firma gang und gäbe, dass du vernünftig in die Produktpalette eingewiesen wirst. Das muss nicht im Rahmen von Fortbildungen sein, aber zumindest solltest du einen Berater an die Hand bekommen, der dich in den ersten Wochen begleitet und dir die Produkte erklärt.

Bei der Wahl des richtigen Kooperationspartners gibt es also ein paar Dinge die beachtet werden sollten, zumal in den meisten Fällen in den AGBs festgehalten ist, dass keine weiteren Firmen parallel vertrieben werden dürfen. Wenn du dich also für ein Zusatzeinkommen durch den Direktvertrieb von Futter interessierst, solltest du das nicht übers Knie brechen und dich ausreichend mit den einzelnen Firmen, den Produkten und der dahinter stehenden Philosophie beschäftigen. Denn im Idealfall arbeitest du mit der Futterfirma viele Jahre zusammen, ein ständiger Wechsel der kooperierenden Firmen würde sich eher nachteilig auf das Vertrauen deiner Kunden in deine Meinung auswirken.

Hast du schon mal über einen Zusatzverdienst in diesem Bereich nachgedacht? Oder hast du sogar schon Futter auf Provisionsbasis in deinem Angebot integriert? Oder hast du vielleicht negative Erfahrungen mit dem Thema gemacht, warst enttäuscht, weil deine Erwartungen nicht erfüllt wurden?

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