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Bildrechte Teil 3 – Darf ich kostenlose Bilder aus dem Internet für meine Seite benutzen?

von | Mrz 6, 2020 | Dein Business, Dein Recht | 0 Kommentare

In den ersten beiden Teilen meiner Reihe zu den Bildrechten habe ich dir die rechtlichen Grundlagen vereinfacht dargestellt. Wenn du die Beiträge noch nicht gelesen hast, kannst du hier nachlesen, was Urheberrecht und Nutzungsrechte überhaupt sind und welche verschiedenen Arten von Nutzungsrechten es gibt.

Doch woher bekommst du jetzt Bilder für deine Webseite, deinen Blog, deinen Newsletter etc.? Es gibt eine Reihe von Bilddatenbanken und es gibt Millionen von Bildern im Internet. Besonders, wenn du am Anfang der Selbstständigkeit bist, ist es daher ein naheliegender Gedanke, dir einfach ein Bild über eine Suchmaschine zu suchen, dieses herunterzuladen und selbst zu verwenden. Ob das der richtige Weg ist? In diesem Artikel erfährst du es.

 

Inhalt

1. Was sind überhaupt Urheberrechte und Nutzungsrechte?
2. Welche Arten von Nutzungsrechten gibt es?
3. Darf ich kostenlose Bilder aus dem Internet für meine Seite benutzen?
4. Wie sieht es mit Bildern aus Bilddatenbanken aus?
5. Was ist zu tun, wenn ich eine Abmahnung oder eine Unterlassungserklärung erhalte?
6. Was kann ich tun, wenn mein Bild von jemand anderem verwendet wird?

?!?!Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

Wenn du die beiden ersten Beiträge dieser Reihe gelesen hast, hast du sicher schon verstanden, dass jedes Bild, jeses Musikstück, jede Grafik erst einmal dem Urheber selbst gehört und dieser entscheiden kann, was damit passiert. Das gilt sowohl für ausgedruckte Polaroid-Kamera-Bilder als auch für digitale Bilder, die mit dem Handy aufgenommen wurden. Und auch, wenn es heutzutage ein leichtes ist an Millionen Bilder zu kommen (Bilder-Suchmaschinen), bedeutet es nicht, dass diese einfach für alles und jeden zur kostenlosen Verwendung zur Verfügung stehen. Es entscheidet immer noch in erster Instanz der Urheber eines Bildes, ob und in welcher Form, jemand anderes sein Werk nutzen darf (so kommen wir wieder zu den Nutzungsrechten).

 

Ohne Klärung der Nutzungsrechte keine Nutzung

Wenn du aber jetzt ein Bild findest, welches du für deine Homepage, deinen Newsletter etc. verwenden möchtest, dann solltest du unbedingt die Lizenz prüfen, unter der das Bild steht. Die Google Bildersuche kannst du beispielsweise leicht so einstellen, dass dir nur Suchergebnisse angezeigt werden, für die entsprechend die Lizenz vorliegt, dass das Bild auch kommerziell wiederverwendet oder verändert werden darf.  

Es gibt durchaus Bilder und Grafiken,  zur freien Wiederverwendung (auch kommerziell) gelistet sind. Manchmal gibt es allerdings auch keine Lizenz oder man ist sich evtl. nicht sicher. Dann hilft es, den Urheber herauszufinden und direkt dort anzufragen, ob man das Bild verwenden darf und unter welchen Bedingungen.

Ja, es besteht dann durchaus die Möglichkeit, dass der Urheber Bedingungen an eine Nutzung stellt, wie z.B. dass du ihn als Urheber auf der Seite benennst, wo du das Bild veröffentlichst. Aber dann hast du immer noch die Wahl, ob du das Bild so veröffentlichst, wie der Urheber das vorgibt – oder ob du doch nach einem anderen Bild suchst bzw. selbst eins erstellst.

Vielleicht erfährst du aber auch vom Urheber, dass du das Bild nicht verwenden darfst,weil er Nutzungsrechte an jemand anderen verkauft hat. Dann solltest du das Bild auch nicht verwenden, da du sonst nicht nur vom Urheber, sondern auch vom Inhaber der entsprechenden Nutzungsrechte belangt werden kannst (und das sogar doppelt, weil du es in diesem Fall vorsätzlich tun würdest).

Beides ist aber immer noch besser, als wenn du das Bild einfach ungefragt verwendest und nachher das böse Erwachen kommt, denn leider wird man dich in den seltensten Fällen vorab nett darauf hinweisen, wenn du ein Bild ohne entsprechende Nutzungsrechte verwendest. In den allermeisten Fällen wirst du direkt eine Abmahnung erhalten.

Du solltest also unbedingt im Vorfeld (am besten mit dem eigentlichen Urheber) abklären, ob dein Wunschbild zur freien kommerziellen Verwendung veröffentlicht wurde oder du für die Verwendung entsprechende Nutzungsrechte kostenpflichtig erwerben musst. Denn ein Verstoß gegen das Urheberrecht kann schnell zu drei- bis vierstelligen Strafzahlungen führen – da relativiert sich die Einsparung, weil du das Bild „kostenlos“ heruntergeladen hast, statt entsprechende Nutzungsrechte zu erwerben, ziemlich schnell.

Es ist übrigens ein recht einfaches Unterfangen für Agenturen und Urheber, zu prüfen, ob die eigenen Bilder unrechtmäßig irgendwo verwendet werden, denn man kann ganz simpel bei der Bildersuche von Google auch einfach das Bild hochladen, welches man überprüfen will. Die Suchmaschine listet einem dann ziemlich schnell alle Seiten auf, auf denen das Bild außerdem verwendet wird und man kann abgleichen, ob die Verwendung auf den entsprechenden Seiten den verkauften Lizenzen entspricht.

 

Urheber unbekannt?!

 

Lässt sich der Urheber eines Bildes nicht ermitteln, bedeutet das natürlich nicht, dass es keinen Urheber gibt. Auch hier ist es also möglich, dass der Urheber zufällig irgendwann mal darüber stolpert, dass du sein Bild verwendest – und dir das ganze nachträglich um die Ohren fliegt. Solltest du den Urheber eines Bildes nicht ermitteln können, rate ich dir daher dringend davon ab, dieses Bild zu verwenden. 

Abschließend ist also zu sagen, dass du in JEDEM Fall VOR der Nutzung eines fremden Bildes prüfen solltest, wer der Urheber ist und unter welcher Lizenz dieses Bild veröffentlicht wurde. Es gab sogar schon Fälle, in denen Bilder von jemandem weitergegeben wurden, ohne das dieser die entsprechenden Rechte hatte. Und der Urheber kam im Nachhinein auf alle zu, die das Bild ohne das entsprechende Nutzungsrecht verwendeten. Auch hier kann es zu Abmahnungen kommen und dann stehst du in der Pflicht zu beweisen, dass du das Bild veröffentlicht hast, WEIL dir das jemand erlaubt hat und du davon ausgegangen bist, dass derjenige die entsprechenden Rechte besitzt, UM dir das zu erlauben. 

Im nächsten Artikel schauen wir uns das Thema Bilddatenbanken an. Auch hier gibt es ein paar Sachen zu beachten, damit du rechtlich auf der sicheren Seite bist, wenn du von dort Bilder verwendest. 

 

Bis bald,

Susann

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