Bildrechte Teil 4 – Wie sieht es mit Bildern aus Bilddatenbanken aus?

von | Dez 4, 2020

Diese Reihe zum Thema Bildrechte habe ich Anfang diesen Jahres gestartet. Das Thema “Bildrechte” taucht bei meinen Kunden immer wieder auf, weswegen ich das ganze mal etwas verständlich erklären wollte.

Und dann kam Corona.

Und plötzlich erschien es surreal, sich über Bildrechte Gedanken zu machen, man hatte irgendwie genug mit dem Alltag und den sich ständig ändernden Vorgaben zu tun. Aktuell befinden wir uns wieder oder weiterhin in einem sogenannten Lockdown-Light, doch man hat sich mit vielen Dingen mittlerweile arrangiert. Und so kann ich endlich mal wieder diese Blogartikel-Reihe fortführen.

Hatten wir im letzten Artikel der Reihe festgehalten, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist und Bilder nun einmal einen Urheber haben stellt sich die Frage, wie es sich denn mit Bilddatenbanken verhält. Von diesen gibt es mittlerweile sehr viele und unterschiedliche, kostenlose, kostenpflichtige und viele andere Varianten mehr. Was es hierbei zu beachten gibt, soll das Thema dieses Artikels sein. Am Ende verlinke ich dir auch noch ein paar Bilddatenbanken.

Inhalt

1. Was sind überhaupt Urheberrechte und Nutzungsrechte?
2. Welche Arten von Nutzungsrechten gibt es?
3. Darf ich kostenlose Bilder aus dem Internet für meine Seite benutzen?
4. Wie sieht es mit Bildern aus Bilddatenbanken aus?
5. Was ist zu tun, wenn ich eine Abmahnung oder eine Unterlassungserklärung erhalte?
6. Was kann ich tun, wenn mein Bild von jemand anderem verwendet wird?

Was sind Bilddatenbanken?

Bilddatenbanken sind Internetseiten, die Bilder zur Verfügung stellen. Jeder kann dort Bilder unter bestimmten Bedingungen herunterladen und auch hochladen. Es gibt Bilddatenbanken, die sich auf bestimmte Themen spezialisiert haben, aber die meisten bieten Bilder zu den verschiedensten Themen an. Man kann Themenschwerpunkte eingrenzen und kann dann aus einer Fülle von Bildern das aussuchen, was für den gewünschten Zweck am besten passt. Anschließend lädt man das Bild herunter und kann es entsprechend einer Nutzungsvereinbarung nutzen. Fotografen können ihre Bilder auch bei solchen Datenbanken hochladen.

Vor- und Nachteile von Bilddatenbanken

Der große Vorteil von Bilddatenbanken besteht sicher in der Fülle an Bildern zu den unterschiedlichsten Themen. Allerdings solltest du bei der Wahl deiner Bilder darauf achten, dass sie zum einen zu der Verwendung passen, für die du das Bild benötigst. Zum anderen solltest du darauf achten ‘Dauerbrenner’ zu vermeiden. Darunter verstehe ich Bilder, die man mittlerweile auf jeder zweiten Internetseite und in jedem zweiten Druckprodukt sieht. Tatsächlich kann der Kunde schon recht gut erkennen, wenn es sich um ein Foto handelt, was gleichzeitig in verschiedensten Produktwerbungen vorkommt, wie zum Beispiel die Reihe mit Tierköpfen, die über ein weißes Schild schauen. Versuch lieber ‘lebensnahe’ Bilder zu finden, die ansprechend sind und nicht ‘überkünstelt’. Es sind genug da; meist reicht die Zeit gar nicht, um sich alle Bilder anzusehen.

Wenn du ein Bild in einer Bilddatenbank lizensierst, darfst du es verwenden. Du bist nicht darauf angewiesen mit dem eigentlichen Urheber in Kontakt zu treten, denn die Bilddatenbank tritt als eine Art Zwischenhändler auf. So erreichen Fotografen ein deutlich größeres Publikum und Kunden haben deutlich mehr Bilder zur Auswahl und müssen nicht alle Fotografenseiten abklappern, sie können sogar direkt vergleichen.

Allerdings musst du schauen, WELCHE Lizenz du kaufst bzw. kaufen kannst. So gibt es z.B. die Möglichkeit, dass die Lizenz die du kaufst einen Druck des Bildes an eine bestimmte Auflagenhöhe koppelt – was evtl. blöd wäre, wenn du das Bild für einen Flyer oder auf Giveaway-Artikeln verwenden willst. Manchmal ist die Lizenz auch gar nicht für den Druck, dann darfst du das Bild nur online verwenden. Schau also gut hin, und sei dir am besten schon im Vorfeld darüber im Klaren, WIE und WOFÜR du das Bild einsetzen willst.

Ein großes Problem bei einigen Bilddatenbanken ist es, wenn dort jeder frei zugänglich Bilder hochladen kann. Denn dann ist es gut möglich, dass du ein Bild herunterlädst und nutzt im guten Glauben, dass alles passt und irgendwann erhältst du eine Abmahnung wegen unzulässiger Bildnutzung von einem Anwalt oder ähnliches. Dann hast du doch wieder das Urheberrecht verletzt, weil derjenige, der das Bild auf die Datenbank hochgeladen hat, dies unzulässig getan hat.

Pixabay tauchte bei solchen Ereignissen bereits häufig als “Problemfall” auf, ich weiß nicht, ob sie mittlerweile einen Mechanismus eingeführt haben, der Bilder beim Hochladen prüft. Aber Pixabay ist nur ein Beispiel. Wenn du dir unsicher bist, lohnt es sich, evtl. doch den in der Datenbank verzeichneten Urheber zu kontaktieren bzw. zu googlen. Wenn du mehr über die Pixabay-Problematik erfahren möchtest, google einfach mal “Pixabay Bild Abmahnung”, dann gelangst du zu vielen Erfahrungsberichten. Das heißt nicht, dass du grundsätzlich die Finger von Pixabay lassen solltest, ich empfehle dir aber speziell bei Datenbanken, bei denen die Bilder kostenlos herunterladbar sind, genau nachzuprüfen, BEVOR du etwas herunterlädst oder verwendest.

Viele Bilddatenbanken sichern den Upload zwar mittlerweile über eine Erklärung des Hochladenden ab; aber letztlich ist auch das häufig nur das Anklicken eines Kästchens.

Woher bekommst du nun Bilder?

Hier kommt eine Liste mit verschiedenen Bilddatenbanken, auf denen du nach den für dich und dein Vorhaben passenden Bildern stöbern kannst.

Shutterstock
Adobe Stock
iStock
DepositPhotos
Unsplash
Pexels
Stokpic
Lifeofpix
Freepik
Pixelio
Flickr
GettyImages

Einige der Bilddatenbanken sind kostenpflichtig, einige mögen vielleicht für dich selbst auch interessant sein, falls du deine Fotos teilen (und damit Geld verdienen) willst, andere sind kostenlos. Manche haben viele Bilder, manche Unmengen. Schau dich einfach um und schau, dass du das perfekte Bild für dich findest. Und dann lizenzier es anständig und du kannst es stressfrei nutzen.

Damit haben wir  das Thema Bilddatenbanken abgeschlossen 🙂 Solltest du hierzu noch eine Frage haben, hinterlass mir gern einfach ein Kommentar, ich versuche dann, deine Frage noch zu beantworten.

Im nächsten Teil schauen wir uns das Worst-Case-Szenario an: Was du tun kannst und musst, wenn du doch eine Abmahnung oder eine Unterlassungserklärung erhalten hast.

Bis dahin wünsche ich dir eine tolle Zeit,

Susann

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